{"id":18,"date":"2010-08-09T12:02:20","date_gmt":"2010-08-09T10:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/linienhof.blogsport.de\/?p=9"},"modified":"2010-08-09T12:02:20","modified_gmt":"2010-08-09T10:02:20","slug":"aus-indymedia-5-8-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/?p=18","title":{"rendered":"aus: indymedia, 5.8.2010"},"content":{"rendered":"<p>(bln.)Pressehetze gegen Linienhof<br \/>\nvon:Unterst\u00fctzer_innen   05.08.2010 15:06<br \/>\n Themen: Blogwire Freir\u00e4ume Medien<\/p>\n<p><strong>Der Leerstand in den K\u00f6pfen.<\/strong><br \/>\nWie ein langj\u00e4hriges funktionierendes Projekt zur Brachfl\u00e4che umgedeutet wird.<\/p>\n<p>zu den Artikeln aus Berliner Zeitung \u201eLinke gegen Autonome\u201c, von Birgit Walters und taz \u201eDie letzte Brache in Mitte\u201c von Uwe Rada vom 4.8.2010 zu dem Konflikt um den bedrohten \u201eLinienhof\u201c<\/p>\n<p>Seit 1991 ist der Linienhof in der Kleinen Rosenthaler Stra\u00dfe 9 ein offener Ort, der von verschiedensten Menschen und Gruppen k\u00fcnstlerisch, handwerklich und kreativ nach dem \u201eDo-It-Yourself\u201c-Prinzip genutzt wird.<br \/>\nAls Nischenprojekt erm\u00f6glicht der Linienhof Menschen ohne oder mit wenig Geld den Zugang zu Raum, Werkst\u00e4tten, Werkzeugen und fachlichem Austausch.<\/p>\n<p>Diesem will nun eine private Bauherrengemeinschaft ein Ende bereiten.<\/p>\n<p>Der Publizist und Autor Matthias Greffrath (taz, le monde diplomatique), die Leiterin der Kulturstiftung des Bundes Hortensia V\u00f6lckers und die Architektin Anne Lampen planen dort unter dem f\u00f6rderungsf\u00e4higen und modernem Namen \u201eMehrgenerationenhaus\u201c den Bau eines Wohnhauses zur eigenen Nutzung.<\/p>\n<p>In den Artikeln aus taz und Berliner Zeitung werden die Protagonist\/innen dieser Bauherrengruppe als \u201eLinke\u201c bzw. \u201elinke Promis\u201c getitelt, was angesichts der Verdr\u00e4ngung eines Teils unkommerzieller Strukturen schwer nachvollziehbar ist.<\/p>\n<p>Leichter zu verstehen ist, dass jemand, der in dem Dilemma steckt, ein linker Autor oder eine Kulturstiftende sein und diesen Ruf wahren zu wollen und gleichzeitig das private Gl\u00fcck auf Kosten gewachsener linker Strukturen zu bauen, nat\u00fcrlich Begr\u00fcndungen sucht, um moralisch m\u00f6glichst gut da zu stehen.<\/p>\n<p>Deren Koketterie mit linken und alternativen Ideen taucht da auf, wo sie n\u00fctzlich sein kann und endet dort, wo das Eigeninteresse anf\u00e4ngt \u2013<br \/>\ndann wird aus einem 2-Millionen-Wohnhaus f\u00fcr f\u00fcnf Familien ein \u201eMehrgenerationenwohnprojekt\u201c \u2013 und aus einem wichtigen und langj\u00e4hrigem Projekt eine \u201eBrache\u201c.<\/p>\n<p>Dort allerdings findet eine ganze Menge statt!<br \/>\nDer Linienhof bietet z. B. eine Werkstatt, in der Autos und Zweir\u00e4der selbst repariert werden k\u00f6nnen. In der Metallwerkstatt und der Schmiede werden verschiedenste Gegenst\u00e4nde, M\u00f6bel oder Kunstobjekte hergestellt und repariert. Es gibt Werkzeuge f\u00fcr Holzarbeiten, die u. a. viel f\u00fcr Wohnwagenausbau benutzt werden.<br \/>\nEs werden Workshops selbstorganisiert, in denen z. B. Schwei\u00dfen und Schmieden gelernt, ge\u00fcbt oder ausprobiert werden kann. Es gibt eine Puppentheaterwerkstatt und Platz f\u00fcr Bildhauerei. Es fanden Kunstausstellungen und immer wieder offene Werkstatttage statt, die von Musik und Essen begleitet wurden.<br \/>\nIn einer Einladung zu einem der offenen Werkstatttage im September 2007 wird treffend formuliert: Seit 1991 wird auf diesem sch\u00f6nen kleinen Hofgel\u00e4nde in unterschiedlicher Konstellation von Menschen GEMEINSAM gebastelt, gebaut, gelacht, getratscht, gewerkelt, auch mal getrunken und getanzt, geschwei\u00dft und geschwitzt, geflext, gefeixt, gegrillt, geprobt und gespielt, rumgesponnen, geschraubt, gearbeitet, gemalt, gelebt, erfunden, diskutiert, neuerdings sogar geschmiedet und sonst noch was. Und das alles selbstverwaltet, gleichberechtigt, unb\u00fcrokratisch und unabh\u00e4ngig!<br \/>\nEin wichtiges Projekt war im letzten Jahr die Fertigung des Gedenksteins f\u00fcr die Gedenkst\u00e4tte des ehemaligen Konzentrationslagers f\u00fcr M\u00e4dchen und junge Frauen und sp\u00e4teren Vernichtungslagers Uckermark. Dieser wurde komplett aus Spenden finanziert und h\u00e4tte ohne die zur Verf\u00fcgung stehende Schmiede und dem Platz f\u00fcr Steinmetzarbeiten kaum realisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>All dies wird von Greffrath und V\u00f6lckers gegen\u00fcber taz und Berliner Zeitung mit erstaunlicher Ignoranz als leerstehendes, ungenutztes Gel\u00e4nde beschrieben! Die Existenz des Projekts und deren Berechtigung sowie der soziale und kulturelle Charakter werden in Frage gestellt.<br \/>\nEs sei die Erfindung einer Legende, da es nie eine Kontinuit\u00e4t gegeben h\u00e4tte, soll der Stadtplaner Andreas Wilke gesagt haben.<br \/>\nTats\u00e4chlich waren es im Laufe der 19 Jahre immer wieder auch verschiedene Menschen und Initiativen, die den Hof nutzten, doch der wesentliche Charakter als selbstverwaltete Nischenstruktur hat sich nicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Greffrath und V\u00f6lckers beklagen, es h\u00e4tte keine Ansprechpartner des Linienhofes gegeben, doch die Korrespondenz zwischen Greffrath und dem Anwalt des eingetragenen Vereins Kathedrale widerlegen dieses.<br \/>\nDass sie sich konkret um Ersatzobjekte bem\u00fcht h\u00e4tten oder sogar mit den Nutzer_innen zum Senat gegangen w\u00e4ren, um nach einer L\u00f6sung zu suchen, ist schlicht gelogen.<br \/>\nStattdessen versuchten sie, den Verein mit bis zu 15000\u20ac zu bestechen, damit das Projekt leise verschwindet. Mit einer solchen Summe jedoch kann so ein Projekt nicht gerettet werden, es stellt eher den Versuch dar, sich aus der Verantwortung zu kaufen.<\/p>\n<p>Als Ma\u00dfstab f\u00fcr ein erhaltenswertes Projekt nennt Greffrath eine Wagenburg. Dass das hier existierende Projekt jedoch ein Baustein ebendieser Strukturen ist, ist wohl im Filter der \u201emehreren moralischen Selbstpr\u00fcfungen, die er \u00fcber sich ergehen lassen habe\u201c, h\u00e4ngen geblieben.<\/p>\n<p>Da ist es doch prima, dass sich gute alte Kollegen wie Uwe Rada finden, die helfen, die Dinge mit gekonnter journalistischer Unsch\u00e4rfe zur Brache zu schreiben.<\/p>\n<p>Auch Walters begibt sich auf stimmungsmachendes Niveau, das eher von anderen Tageszeitungen bekannt ist- die Kinder der Baugruppe seien in Gefahr, zitiert sie V\u00f6lckers. Au\u00dferdem h\u00e4tten Menschen, denen sie unterstellt, \u201enat\u00fcrlich\u201c keine Nutzungsvereinbarung zu haben, sowieso keinen Anspruch auf Rechtsstaatlichkeit?<br \/>\nSie wirft ihnen \u201eVersorgungsmentalit\u00e4t\u201c vor \u2013 doch der selbstverwaltete, unabh\u00e4ngige Charakter des Projekts widerspricht.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es schwierig, ein Ersatzobjekt zu vergleichbaren Bedingungen zu finden. Letztendlich soll hier dasselbe passieren wie \u00fcberall &#8211; Vertreibung unkommerzieller Strukturen aus den Innenst\u00e4dten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(bln.)Pressehetze gegen Linienhof von:Unterst\u00fctzer_innen 05.08.2010 15:06 Themen: Blogwire Freir\u00e4ume Medien Der Leerstand in den K\u00f6pfen. 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