{"id":20,"date":"2010-08-10T19:23:21","date_gmt":"2010-08-10T17:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/linienhof.blogsport.de\/2010\/08\/10\/aus-indymedia-10-8-2010\/"},"modified":"2010-08-10T19:23:21","modified_gmt":"2010-08-10T17:23:21","slug":"aus-indymedia-10-8-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/?p=20","title":{"rendered":"aus:  Indymedia, 10.8.2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>(bln) Linienhof: offener Brief \u00fcberreicht<\/strong><br \/>\noho<br \/>\n10.08.2010 17:59<br \/>\nThemen: Freir\u00e4ume Medien<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzer_innen \u00fcberreichen Offenen Brief an Eigent\u00fcmer_innen des Linienhofes <\/p>\n<p>Etwa 20 Aktivist_innen aus verschiedenen Projekten machten sich heute fr\u00fch auf, um den Eigent\u00fcmer_innen des Grundst\u00fccks KleineRosenthalerStr9 in Berlin Mitte, auf dem sich das selbstverwaltete Werkstattprojekt Linienhof befindet, einen offenen Brief von mehr als 30 Projekten und Gruppen aus Berlin zu \u00fcberreichen. <\/p>\n<p>Die erste Station war das B\u00fcro der \u201ealternativen\u201c Architektin und Beteiligten der Baugruppe Anne Lampen in der Schlesischen Str31 in Kreuzberg. Lampen w\u00e4re nicht da, und der Besuch und die Diskussion einiger Unterst\u00fctzer_innen in der vergangenen Woche sei schon genug gewesen, meinten die Mitarbeiter_innen durch die eilig zugeknallte T\u00fcr. Der Brief wurde im Briefkasten hinterlegt. <\/p>\n<p>Dann ging es weiter in die Oranienstr173, wo der freie Journalist und Globalisierungskritiker Mathias Greffrath wohnt, der sich als Vertreter der \u201eBauherrengruppe\u201c besonders hervortut. Diesen trafen sie vor Ort an, es kam zu einer wenig konstruktiven Diskussion im Treppenhaus. <\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Station war die taz, die durch die Ver\u00f6ffentlichung eines Artikels von Ex-Hausbesetzer Uwe Rada, einem alten Kollegen von Greffrath, in der vergangenen Woche unangenehm aufgefallen war. Dieser kam nicht heraus, sagte aber telefonisch die Teilnahme an einer \u00f6ffentlichen Diskussion zu diesem Thema zu. Mehr Kooperationsbereitschaft zeigte der Leiter der Berlin-Redaktion Gereon Asmuth, der in einem Gespr\u00e4ch auf der Stra\u00dfe die Widerspr\u00fcchlichkeit dieses Konflikts einr\u00e4umen musste. \u00dcber die Ver\u00f6ffentlichung des offenen Briefes und einer weiteren Stellungnahme von Unterst\u00fctzer_innen m\u00fcsse beraten werden. <\/p>\n<p>Hortensia V\u00f6lckers, die k\u00fcnstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes und ebenfalls Eigent\u00fcmerin des umstrittenen Gel\u00e4ndes, wurde in ihrem B\u00fcro am L\u00fctzowplatz9 nicht angetroffen. Der Brief wurde von einer<br \/>\nMitarbeiterin angenommen. <\/p>\n<p>     <strong>O<\/strong>ffener Brief<br \/>\nan die Eigent\u00fcmer_innen des Grundst\u00fccks Kleine Rosenthaler Str. 9,<br \/>\nim Folgenden: Der Linienhof <\/p>\n<p>Berlin, den 6.8.2010 <\/p>\n<p><strong>Offener Brief einiger Berliner Projekte und Gruppen zum Konflikt um den Linienhof <\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Greffrath, sehr geehrte Frau V\u00f6lckers, sehr geehrte Frau Lampen, <\/p>\n<p>wir wenden uns heute an Sie, weil wir \u00fcber den Verlauf der Dinge in dem Konflikt um den Linienhof doch stark beunruhigt sind! <\/p>\n<p>Der Linienhof ist ein wichtiger Bestandteil Berliner linker, unkommerzieller Strukturen. Gerade f\u00fcr die Wagenpl\u00e4tze, die Sie ja scheinbar f\u00fcr unterst\u00fctzungsw\u00fcrdig halten, ist der Linienhof eine Anlaufstelle \u2013 denn hier kann geschwei\u00dft, geflext und ausgebaut werden. Und das umsonst. <\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen verstehen, Herr Greffrath, dass man es nach 20 Jahren Oranienstra\u00dfen-Hinterhaus sch\u00f6n haben will im Alter und gesichert. Wir k\u00f6nnen verstehen, dass man sich mit anderen zusammen ein Eigenheim bauen will und es ist l\u00f6blich dies nicht nur mit der eigenen Kleinfamilie zusammen machen zu wollen. Darum geht es nicht. Es geht um die Wahl des Ortes, um die Teilhabe an Gentrifizierung, Vertreibung und Zerst\u00f6rung. <\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht verstehen, Herr Greffrath, dass Ihnen Ihre eigenen Widerspr\u00fcche nicht auffallen, wenn Sie behaupten, das Gel\u00e4nde w\u00e4re frei gewesen, da h\u00e4tten nur ab und an welche geschraubt, dass seien aber nie die gleichen Leute gewesen. In jeder Selbsthilfewerkstatt werden Sie selten heute dieselben Leute treffen, die Sie noch gestern angetroffen haben. Das ist das Geheimnis eines Ortes wie des Linienhofes, dass er von verschiedensten Menschen genutzt werden kann, und nicht Ort der immer gleichen drei Schrauber_innen, K\u00fcnstler_innen, Bastler_innen etc. ist!!! <\/p>\n<p>Sehen Sie wenigstens den Tatsachen ins Auge, dass Sie eine \u201eBauherrengruppe\u201c sind, die ein Gel\u00e4nde erworben hat, auf dem seit fast 20 Jahren ein unkommerzielles Projekt besteht, das Sie nun vertreiben und zerst\u00f6ren wollen. Damit stehen Sie v\u00f6llig in der Tradition anderer Investoren und Eigent\u00fcmer, die bereits f\u00fcr das Ende vieler anderer Berliner Projekte gesorgt haben. <\/p>\n<p>Sie, liebe \u201eBauherrengruppe\u201c, gehen ja sogar noch weiter, indem Sie nicht, wie sonst gerne, sagen: \u201eDie, die hier leben oder arbeiten, haben kein Recht hier zu sein, denn das hier ist meins\u201c, sondern Sie sagen: \u201e Die, die da sind, gibt es gar nicht, sonst h\u00e4tten wir es uns nicht genommen.\u201c <\/p>\n<p>Auch wenn Sie sich die Augen noch so sehr reiben: Das ist perfide! Das ist Vertreibung eines der letzten linken Projekte in Mitte! <\/p>\n<p>Seit l\u00e4ngerer Zeit beobachten wir die Entwicklung, dass von KarLoh bis Car-Loft der Eigentumswohnungsbau reich gewordener Linker oder der Luxus-Loft-Bau in Gegenden, die mal diejenigen derer waren, die \u00fcber wenig Geld und andere Ressourcen verf\u00fcgen, zunimmt. Wie Sie vielleicht auch theoretisch wissen, geht dies einher mit einer so genannten \u201eAufwertung\u201c der Gegend, was defacto bedeutet: Eine Verteuerung der Mieten, eine Ansiedlung teurer Restaurants und Kneipen, eine Ver\u00e4nderung des Stadtbildes, in das bestimmte Leute nicht mehr passen, eine Verdr\u00e4ngung derer, die unterhalb des Mittelstands rangieren. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wissen wir, dass es rund um den Rosenthaler Platz nicht mehr viel zu verteuern und zu vertreiben gibt; fast nichts mehr, au\u00dfer den letzten kleinen Nischen, zu denen auch der Linienhof geh\u00f6rt. <\/p>\n<p>Sie als \u201eLinke\u201c h\u00e4tten also auch sagen k\u00f6nnen: Abgefahren! Hier, wo man nur noch etwas f\u00fcr viel Geld bekommt, gibt es diesen kleinen Werkstatthof f\u00fcr Menschen, die sich am Rosenthaler Platz kaum noch eine Cola leisten k\u00f6nnen! <\/p>\n<p>Deswegen erkl\u00e4ren wir, die Unterst\u00fctzer_innen aus anderen Berliner Projekten, unsere Solidarit\u00e4t mit dem Linienhof, der ein Teil unserer Strukturen ist! <\/p>\n<p>Wir fordern von Ihnen, damit aufzuh\u00f6ren, so zu tun, als seien Sie die \u201eGuten\u201c, die niemals dort bauen w\u00fcrden, wo schon etwas ist, oder die sich ernsthaft um Ersatzl\u00f6sungen bem\u00fchen! <\/p>\n<p>Wir fordern von Ihnen, mit den taktischen L\u00fcgen aufzuh\u00f6ren! <\/p>\n<p>PFUI! <\/p>\n<p>Gerne w\u00fcrden wir z.B. wissen, Frau V\u00f6lckers, mit welchen namenlosen Leuten Sie jemals beim Senat waren?? <\/p>\n<p>Gerne w\u00fcrden wir wissen, Frau V\u00f6lckers, warum Ihnen auf der Suche nach Legitimation f\u00fcr Ihr Handeln die Phantasie in die unterste Schublade rutscht und Sie behaupten, Sie seien damit bedroht worden, dass Ihre Kinder in Gefahr seien! <\/p>\n<p>Gerne w\u00fcrden wir wissen, warum ein Verein und\/oder ein Anwalt, dessen E-Mail, Postadresse und Telefonnummer Sie haben, f\u00fcr Sie \u201ekein\u201c Ansprechpartner ist! <\/p>\n<p><strong>Wir fordern Sie auf, von dem Bauvorhaben auf dem Gel\u00e4nde des Linienhofs abzusehen!! <\/strong><\/p>\n<p>oder daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df es ein entsprechendes Ersatzgel\u00e4nde gibt! <\/p>\n<p>oder die Erdgescho\u00dfr\u00e4ume und Hoffl\u00e4che Ihres neuen Hauses dem Projekt weiterhin zur Verf\u00fcgung zu stellen! <\/p>\n<p><strong>F\u00fcr den Erhalt linker Strukturen in Mitte und anderswo!!! <\/strong><\/p>\n<p>AK Kraak, Boedi9, Bewohner_innen der Brunnenstr.6\/7, Buchladen oh*21, Caf\u00e9 Morgenrot Kollektiv, CIRCA ClownsArmeeBerlin, Freie Kultur aktion e.V., Jugendzentrum Bunte Kuh, Kastanie85, Kastanie86, K\u00f8pi137, Libertarian Press Agency, Liebig14, Liebig34, Linie206, LSV-Berlin, Meuterei-Kollektiv, North East Antifascists (NEA), Projekte aus dem NewYorck im Bethanien, Projektraum H48, Rigaer94, Schwarze Risse Buchladen-Kollektiv, Schwarzrotbuch Verlag Berlin, Tante Horst Kollektiv, Subversiv e.V., Supamolly, Stadtteilinitiative Karla Pappel, Tagungshaus Wernsdorf e.V., Villa Felix, Wagenplatz Convoi, Wagenplatz Laster und H\u00e4nger, Wagenplatz Kinderbauernhof, Wagenplatz Lohm\u00fchle, Wagenplatz Ratiborstr., Wagenplatz Scheffelstr., Wagenplatz Schwarzer Kanal, <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(bln) Linienhof: offener Brief \u00fcberreicht oho 10.08.2010 17:59 Themen: Freir\u00e4ume Medien Unterst\u00fctzer_innen \u00fcberreichen Offenen Brief an Eigent\u00fcmer_innen des Linienhofes Etwa 20 Aktivist_innen aus verschiedenen Projekten machten sich heute fr\u00fch auf, um den Eigent\u00fcmer_innen des Grundst\u00fccks KleineRosenthalerStr9 in Berlin Mitte, auf &hellip; <a href=\"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/?p=20\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":20737,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-20","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20737"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/linienhof.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}